Bobath

Das Bobathkonzept wurde in den fünfziger Jahren von der Physiotherapeutin Berta Bobath und ihrem Mann dem Neurologen Dr. Karel Bobath begründet. In den Neunzigern kam es zu einer großen Entwicklung der  Neurowissenschaften und so musste auch das Bobathkonzept diesem Wandel folgen. Die ursprünglichen Theorien wurden überarbeitet, heute spricht man vom neuro development treatment. Die Grundprinzipien haben jedoch seit Gründung des Konzepts Gültigkeit. Diese sind:

 

  • Ganzheitliche Sichtweise
  • Offenheit des Konzepts
  • Individuelle Anpassung an die Persönlichkeit des Kindes
  • Respektieren der Eigenaktivität des Kindes und größtmögliche Selbstständigkeit
  • Therapie wird verstanden als Interaktion zwischen Kind und TherapeutIn
  • Einbau therapeutischer Prinzipien in den Alltag
  • Zusammenarbeit mit den Eltern/Bezugspersonen
  • Zusammenarbeit im interdisziplinären Team

Ziel der Therapie ist es dem Kind Alltagshandlungen zu ermöglichen, die für das Kind bedeutungsvoll sind und es zu mehr Selbstständigkeit führen.

 

Positive emotionale Grundstimmung sowie Interesse und Aufmerksamkeit sind Grundvoraussetzungen für motorisches Lernen.

 

Das Bobathkonzept wird bei folgenden Diagnosen angwendet:

  • Kinder mit einer Cerebral- Parese (CP)
  • Kinder mit MMC (Spina bifida)
  • Kinder mif SHT (Schädel-Hirn-Trauma)
  • Kinder mit sensomotorischer Enwicklungsverzögerung
  • Kinder mit geistigem Entwicklungsrückstand

 

Facilitation: Unter Facilitation versteht man Hilfestellungen zur Eigenregulation. Es werden Griffe sowie Druck-, Zug-, Widerstands- und Vibrationstechniken verwendet, die Spontanbewegungen erleichtern und eine aktive Teilnahme am Alltag ermöglichen.

 

Umweltgestaltung: In Zusammenarbeit mit den Eltern werden die wichtigsten Umgebungsplätze des Kindes analysiert (z.B. das Liegen auf der Babydecke) und entsprechend verändert (z.B. ein Polster oder Schaumstoffkeil unter dem Rumpf ermöglicht einem Baby den Armstütz und dadurch ein Heben des Kopfes, um die Umgebung besser sehen zu können).

 

Handling: Hier wird gemeinsam mit den Eltern überlegt, wie man alltägliche Handlungen wie das Tragen, das An- Ausziehen, die Nahrungsaufnahme… praktikabel und effizient umsetzten kann.

 

 

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