Therapeutisches Klettern

Beim therapeutischen Klettern geht es weniger um den sportlichen Effekt des Trainings, sondern um verschiedene therapeutische und rehabilitative Ansätze. Im Bereich der Motorik gehören dazu die Behandlung von Koordinationsstörungen, die Förderung der Fein- und Grobmotorik, Kraft, Ausdauer, sowie Reaktion und Belastbarkeit. In der Wahrnehmung werden das Gleichgewicht, die Tiefen- und Oberflächensensibilität, die räumliche Wahrnehmung sowie das Körperschema gefördert. Durch die Förderung von Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl, Vertrauen, Verantwortungsbewusstsein und Selbsteinschätzung wird der Sozioemotionale Bereich angesprochen und gestärkt. Geistige Fähigkeiten (Kognition) werden durch das Definieren eines Ziels, Handlungsplanung, Gedächtnis, Konzentration und das Erstellen von Problemlösungsstrategien verbessert.

 
Effekte und Wirkungsprinzip
Klettern besitzt einen hohen Motivationscharakter. Die PatientInnen gewinnen Selbstvertrauen in ihre körperlichen Fähigkeiten, da sowohl in Standhöhe als auch darüber hinaus gearbeitet werden kann.

Durch die nötige Kombination dynamischer Muskelarbeit (dynamisch-konzentrisch, dynamisch-exzentrisch), denn für das Klettern ist abwechselnd statische und dynamische Muskelarbeit notwendig, sowie das Bewegen in geschlossenen Muskelfunktionsketten und durch das Abrufen dreidimensionaler Bewegungsmuster bei denen Druck- und Dehnungsrezeptoren in Muskeln aber auch Sehnen, Gelenkkapseln und Bindegewebe z. B. durch Druck, Dehnung, Entspannung oder auch durch Streckung stimuliert werden (PNF-ähnliche Muster), wirkt Klettern ganzheitlich auf den Bewegungsapparat. Der Gleichgewichtssinn wird durch die ständige Körperschwerpunktkontrolle und Stabilisierung gefördert.

 

Das Therapeutische Klettern ist eine relativ neue Therapieform, die trotz bereits vorliegender Erfahrungen und einer positiven Prognose in Bezug auf den Krankheitsverlauf noch verhältnismäßig selten genutzt wird.

(Quelle:Wikipedia)

 

zurück